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BioTechMed-Graz Neuigkeiten COVID-19: Ein Steckbrief

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Dienstag, 21.04.2020

COVID-19: Ein Steckbrief

 ©BioTechMed-Graz

BioTechMed-Graz Co-Director Robert Krause

BioTechMed-Graz Co-Direktor und Infektionsexperte Robert Krause erklärt im Interview, wie COVID-19 verläuft und für wen die Krankheit gefährlich ist.

Wie gefährlich ist eine Erkrankung an COVID-19?

Die Daten aus China zeigen, dass etwa 80 Prozent der Erkrankungen mild bzw. völlig symptomfrei verlaufen, rund 20 Prozent der Erkrankungen verlaufen schwer. Dies bedingt, dass Patientinnen und Patienten im Krankenhaus versorgt werden müssen und Sauerstoff benötigen. 5 Prozent der Erkrankten müssen auf der Intensivstation betreut werden. Die COVID-19 Erkrankung kann außerdem zu einer schweren Entzündung im Körper führen, welche die Organsysteme angreifen bzw. im schlimmsten Fall zerstören kann.

Sind ausschließlich Risikogruppen vom schweren Krankheitsverlauf betroffen?

Auf den Intensivstationen werden Menschen mit und ohne Vorerkrankungen betreut. Auch wenn es sich nur um Einzelfälle handelt, erkranken dennoch vereinzelt auch jüngere gesunde Menschen schwer. Auch Übergewicht scheint neben etwaigen Vorerkrankungen ein Risikofaktor für einen schweren Krankheitsverlauf zu sein. Menschen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren erkranken in der Regel zwar leichter, aber auch für diese Gruppe kann COVID-19 eine ernstzunehmende Erkrankung darstellen, von einem ausgeprägten Krankheitsgefühl bis hin zur Atemnot reichen die Symptome.

Welche Symptome treten zusätzlich zu Fieber und Atemnot auf?

Je länger die Krankheit grassiert, desto mehr können wir sie verstehen und auch Veränderungen beobachten. So hat sich das Krankheitsbild von einer reinen Lungenerkrankung hin zu einer Infektion entwickelt, die den gesamten Körper betreffen kann. Wir beobachten beispielsweise auch Symptome wie Durchfall und Bauchschmerzen, aber auch Störungen von Geruchs- und Geschmackssinn.

Wie werden Patientinnen und Patienten derzeit behandelt?

Derzeit gibt es noch kein zugelassenes Medikament zur Therapie von COVID-19. Einige bereits am Markt befindliche Medikamente zur Behandlung von Malaria und Aids werden aktuell in Kombination mit einem Antibiotikum verwendet. Wir verwenden auch Medikamente, die in das Immunsystem eingreifen, um Entzündungsreaktionen zu behandeln. Zusätzlich wenden wir alle Möglichkeiten an, die uns im Rahmen der Intensivmedizin inkl. Organersatztherapien zur Verfügung stehen.

Erstellt von Medizinische Universität Graz

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